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ZWEITAKT MIT CHARAKTER

Meine Vespa PX80 von 1981

Wie aus einer zufälligen Begegnung mit klassischen Vespas ein neues Hobby und aus einer gemütlichen Achtziger eine persönliche Schraubergeschichte wurde.

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Manchmal braucht es nur einen guten Freund, um eine neue Leidenschaft zu entdecken. Bei mir war es André. Durch ihn kam ich auf den Geschmack klassischer Vespas – mit ihrer unverwechselbaren Form, dem Zweitaktklang und dem besonderen Gefühl, einen Roller mit Handschaltung zu fahren.

Nach einiger Suche fand ich eine rote Vespa PX80 aus dem Jahr 1981 in ausgesprochen gutem Zustand. Sie gehörte einem älteren Herrn, der inzwischen nicht mehr fahren konnte. Ich war begeistert und wusste: Die ist es!

Allerdings war der originale 80er-Motor etwas schwach auf der Brust. Also begann ich, mich mit der Technik zu beschäftigen – und aus dem Kauf wurde ein richtiges Projekt.

Aus 80 Kubik wird mehr Fahrspaß

Mir ging es nicht um eine Rennmaschine, sondern um einen alltagstauglichen Klassiker mit mehr Durchzug. Dafür bekam die Vespa unter anderem einen größeren Zylinder, einen anderen Vergaser, eine längere Übersetzung und eine verstärkte Kupplung.

Die Vespa im Überblick

Baujahr: 1981
Malossi-Zylinder: 139 cm³
Handschaltung: 4-Gang
Vergaser: SI 24/24E
Verstärkte Kupplung: Cosa
Auspuff: Polini Box

Erst einmal einen Motorständer bauen

Selbst gebauter Motorständer für den Vespa-Motor
Selbst gebauter Motorständer – die Grundlage für die Revision.

Bevor ich den Motor zerlegte, habe ich mir aus Stahlprofilen einen eigenen Motorständer gebaut. Damit konnte ich das Aggregat für die anstehenden Arbeiten sicher positionieren und bequem daran schrauben.

Auch für die Vespa selbst gab es eine improvisierte Lösung: Ein Gabelstapler diente mit einer Plattform als Arbeitsbühne. Für solche Arbeiten ist eine sichere Abstützung und Fixierung natürlich unerlässlich.

Motor raus, Lager und Dichtungen neu

Rote Vespa auf einer improvisierten Arbeitsplattform
Die rote PX80 auf der improvisierten Arbeitsbühne.

Der Motor wurde ausgebaut und überholt. Dabei habe ich die Lager erneuert und ihn neu abgedichtet. So entstand eine solide Grundlage für die anschließende Leistungssteigerung.

Der Umbau sollte schließlich nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern auch bei längeren Ausfahrten zuverlässig sein.

Verstärkte Cosa-Kupplung

Verstärkte Cosa-Kupplung für Vespa PX80
Die verstärkte Cosa-Kupplung für den Umbau.

Damit die zusätzliche Motorleistung zuverlässig am Hinterrad ankommt, habe ich eine verstärkte Cosa-Kupplung eingebaut und die Übersetzung verlängert. Das soll das Fahren bei höherem Tempo angenehmer machen, ohne den Charakter der Vespa zu verlieren.

Venturi aus dem 3D-Drucker

Selbst gedruckter Venturi-Trichter am Vespa-Vergaser
Eigenbau-Venturi auf dem Vergaser.

Auch bei der Luftversorgung wollte ich etwas ausprobieren: Einen Venturi-Trichter für den Vergaser habe ich selbst im 3D-Druckverfahren hergestellt. Die Form soll die einströmende Luft günstiger führen.

Ein schönes Beispiel dafür, wie sich zwei Hobbys verbinden lassen – klassische Fahrzeugtechnik und moderne Fertigung. Natürlich gehört dazu eine passende Vergaserabstimmung.

Die erste größere Ausfahrt mit Freunden

Nach der Schrauberei kam endlich das Schönste: fahren! Meine erste größere Ausfahrt mit Freunden war der perfekte Anlass, den Umbau im Alltag zu erleben.

Doch lieber Bobby-Car statt Vespa?

Drei Freunde auf kleinen Bobby-Cars bei einer Pause
Unsere neue Fahrzeugflotte – weniger Hubraum, dafür jede Menge Spaß.

Bei unserer Ausfahrt entdeckten wir eine ganz neue Fahrzeugklasse: drei Bobby-Cars, drei Fahrer und jede Menge Spaß.

Kein Vergaserabstimmen, keine Kupplungsprobleme und kaum Spritverbrauch. Nur mit der Höchstgeschwindigkeit wird es wohl schwierig!

Hauptsache, es hat Räder – und man hat gemeinsam etwas zu lachen.

Alte Technik, neue Ideen, gute Freunde.

Genau das macht für mich die Freude an der Vespa aus.